SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

FAQs zum Schutzstandard Kindertagesbetreuung

Stand: 03. Dezember 2021

Bitte beachten Sie ergänzend zu den folgenden Empfehlungen der gesetzlichen Unfallversicherung die länderspezifischen Regelungen und / oder ggf. die kommunalen Vorgaben.

Umsetzung des §28b Infektionsschutzgesetz (3G-Regelung) in der Kindertagesbetreuung

Umsetzung der Corona-ArbSchV in der Kindertagesbetreuung

  • Für wen gilt die Corona-ArbSchV in der Kindertagesbetreuung?

    Die Corona-ArbSchV richtet sich in erster Linie an Arbeitgebende, also auch an Träger von Kindertageseinrichtungen oder Anstellungsträger von Kindertagespflegepersonen. Die Verordnung dient dem Ziel, das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 bei der Arbeit zu minimieren und Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.

    Abweichende oder weitergehende Vorschriften der Länder zum Infektionsschutz im Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern bleiben unberührt. (§ 1 Abs. 2 Corona-ArbSchV)

  • Was ist konkret zu tun, um die Corona-ArbSchV in der Kindertagesbetreuung umzusetzen?

    Um die Corona-ArbSchV umzusetzen, sind folgende ergänzende Maßnahmen erforderlich:

    • Überprüfung und Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgebenden unter Berücksichtigung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel; (u. a. Bereitstellung mindestens medizinischer Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz, MNS);
    • Ableitung eines Hygienekonzepts auf Basis der Gefährdungsbeurteilung;
    • Kontaktreduktion, z. B. durch Betreuung von Kindern in festen Gruppen, Vermeidung von Personalwechsel;
    • Pflichtangebot von Tests durch den Arbeitgeber;
    • Berücksichtigung der branchenspezifischen Konkretisierung "SARS-CoV-2-Schutzstandard Kindertagesbetreuung" der DGUV.
  • Wann sollen Atemmasken bei der Kindertagesbetreuung getragen werden?

    Wenn die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann oder technische Maßnahmen bzw. geeignete organisatorische Maßnahmen nicht umsetzbar sind, müssen den Beschäftigten mindestens medizinische Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz, MNS) vom Arbeitgebenden zur Verfügung gestellt werden. Beispielhafte Situationen zum Tragen von MNS in der Kindertagesbetreuung sind im Schutzstandard Kindertagesbetreuung, Abschnitt "Mund-Nase-Schutz und Atemschutzmasken" (Tabelle) hinterlegt. Ob FFP2-Masken für Beschäftigte in der Kindertagesbetreuung notwendig sind, ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung – wie immer auch unter Berücksichtigung der psychischen Belastung – zu ermitteln.

  • Wie lange sollen Masken getragen werden und wann sollen sie gewechselt werden?

    Die Verantwortlichen in Kindertageseinrichtungen haben im Rahmen der (tätigkeitsbezogenen) Gefährdungsbeurteilung die Gebrauchsdauer von Masken sowie die Erholungsdauer für ihre Beschäftigten festzulegen (Weiterführende Hinweise: Stellungnahme des Ausschusses für Arbeitsmedizin [AfAMed] zu Tragezeitbegrenzungen für FFP2-Masken).

    Hierbei sollten Faktoren wie z. B. die Arbeitsschwere (körperliche Belastung), die Arbeitsbedingungen (Umgebungstemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung, Lärm) sowie persönliche Faktoren der Trägerin bzw. des Trägers berücksichtigt werden. Für die Beschäftigten sollte ein Arbeitsmediziner bzw. eine Arbeitsmedizinerin in die Beurteilung mit einbezogen werden. Bei der Nutzung von Masken soll auf ausreichende Erholungsdauer geachtet werden (Tragepausen). Tragepausen können z. B. genommen werden, wenn der Abstand von 1,5 m sicher eingehalten werden kann oder beim Aufenthalt im Freien. Der Wechsel einer Maske sollte mindestens täglich gewährleistet sein. Ggf. ist ein früherer Wechsel erforderlich, wenn die Maske durchfeuchtet oder verschmutzt ist.

  • Wer muss die Atemmasken bereitstellen?

    Entsprechend der Corona-ArbSchV soll der Arbeitgebende (z. B. Träger von Kindertageseinrichtungen, Anstellungsträger von Kindertagespflegepersonen) geeignete medizinische Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz, MNS) bereitstellen. Die Kosten für diese individuellen Schutzmaßnahmen hat der Arbeitgebende zu tragen, es sei denn, dass die entsprechenden Masken den Beschäftigten von anderer Stelle kostenlos zur Verfügung gestellt werden, z. B. von Seiten des Bundes oder der Länder oder von Sozialversicherungsträgern.

  • Welche Hilfen zur Unterweisung für den richtigen Umgang mit Atemschutzmasken (z. B. FFP2 Masken) gibt es?

    Die DGUV stellt folgende Informationen zur Verfügung:

Lüftung und Raumtemperatur

  • Wie kann in Zeiten der Epidemie die Virenlast in den Räumen der Kindertagesbetreuung reduziert werden?

    Die Innenraumlufthygiene hat während der SARS-CoV-2-Epidemie an Bedeutung gewonnen. Die Konzentration möglicher vorhandener Viren in der Atemluft soll vermieden bzw. weitestgehend verringert werden, damit das Risiko einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 minimiert wird. Dafür ist ein kontinuierlicher, effektiver Luftaustausch wichtig, durch den die in dem Raum befindliche Schadstoffe wie Kohlendioxid (CO2) oder Infektionserreger nach außen befördert werden und frische Atemluft in den Raum gelangt. Für einen Luftaustausch in den Räumen sorgen die Freie Lüftung und der Einsatz raumlufttechnischer Anlagen (RLT).

    • Freies Lüften ist die einfachste Methode. Die generelle Empfehlung – sofern keine Lüftungsintervalle bestimmt wurden – lautet: morgens Stoßzulüften und dann möglichst alle 20 Minuten für 5 Minuten im Herbst und für 3 Minuten im Winter, mind. aber nach jeder Stunde, intensiv und fachgerecht zu lüften.
    • Beim Einsatz von raumlufttechnischen Anlagen (RLT) ist die Einstellung für den Außenluftanteil so weit wie möglich zu erhöhen. Im Idealfall erreicht man mit der RLT-Anlage einen höheren und kontinuierlichen Luftaustausch als mit Fensterlüftung. RLT-Anlagen sollten möglichst dauerhaft betrieben werden, d. h. während der Nutzung des Gebäudes bzw. des Raumes auf Nennleistung und ansonsten auf abgesenkter Leistung. Bei CO2-gesteuerten RLT-Anlagen kann dies z. B. dadurch erreicht werden, dass an der Anlage ein Zielwert von 400 ppm eingestellt wird.

    Mobile Luftreiniger arbeiten im Umluftbetrieb. Daher sorgen sie nicht für den notwendigen Luftaustausch in Räumen, da sie keine Frischluft zuführen. Deshalb sind sie für die Lüftung von Gruppenräumen nicht geeignet. Sie können lediglich als flankierende ergänzende Maßnahme eingesetzt werden, um die Virenlast in Räumen zu reduzieren. Ein regelmäßiges Lüften muss in jedem Fall sichergestellt werden.

  • Wie kann die Raumluftqualität gemessen werden?

    Als Maß für die Beurteilung der Luftqualität und damit für die Festlegung des Lüftungsintervalls, wird die CO2-Konzentration im Raum herangezogen.

    Entsprechend der Technischen Regel für Arbeitsstätten "Lüftung" (ASR A3.6) ist eine CO2-Konzentration bis zu 1.000 ppm akzeptabel. Kann die CO2-Konzentration im Mittel bei 1000 ⁠ppm⁠ oder kleiner gehalten werden, dann gilt der Raum als ausreichend belüftet.

    Mit Hilfe der CO2-App der DGUV oder ähnlicher Rechenprogramme kann der Verlauf der CO2-Konzentration in den Räumlichkeiten in Abhängigkeit von der Personenzahl und der Raumgröße abgeschätzt und der Zeitpunkt für eine Lüftungspause ermittelt werden. Eine Messung der CO2-Konzentration mit einer CO2 Ampel kann bei der Bestimmung der geeigneten Lüftungsintervalle unterstützen und auch bei der Veranschaulichung für die Kinder hilfreich sein.

    Weitere Informationen:

  • Ist der Einsatz von mobilen Luftreinigern in der Kindertagesbetreuung sinnvoll?

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stimmen darin überein, dass der Einsatz mobiler Luftreiniger zum Schutz vor Viren grundsätzlich nicht nötig ist, wenn Räume über eine gute Lüftungsmöglichkeit verfügen (vgl. auch Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6 "Lüftung".) In Räumen mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit (keine raumlufttechnische Anlage, Fenster nur kippbar bzw. kleinere Lüftungsklappen) kann der Luftaustausch z. B. durch die Installation von Zu- und Abluftanlagen erhöht werden. Auch kann alternativ der Einsatz von mobilen Luftreinigern als ergänzende Maßnahme zur Lüftung sinnvoll sein. Nicht zu belüftende Räume sind aus innenraumhygienischer Sicht für die Kindertagesbetreuung ungeeignet.

    Weitere Informationen:

  • Was ist beim Einsatz von mobilen Luftreinigern generell zu beachten?

    Mobile Luftreiniger können weder CO2 oder andere Stoffe in der Luft noch Feuchte- und Wärmelasten abführen. Deswegen sind mobile Luftreiniger keinesfalls ein Ersatz, sondern allenfalls als Ergänzung zum aktiven Lüften geeignet. Beim ergänzenden Einsatz von diesen Geräten in Gruppen- oder Arbeitsräumen sind u. a. folgende Punkte zu beachten:

    • Es muss trotzdem eine ausreichende Außenluftzufuhr sichergestellt werden, um gesundheitlich zuträgliche Atemluft zu gewährleisten und die Konzentration an ausgeatmeten CO2 zu reduzieren!
    • Luftreiniger bieten keinen Schutz vor einer möglichen Tröpfcheninfektion im Nahbereich von Personen (bei Unterschreitung des Mindestabstandes).
    • Der Sachkostenträger hat die Gefährdungsbeurteilung zu aktualisieren, insbesondere hinsichtlich der Gefährdungen, die beim Betrieb der Geräte auftreten können, z. B. gefährliche Oberflächen, Standsicherheit, elektrische Sicherheit, Lärm.
    • Die Wirksamkeit der Geräte ist gemäß den Herstellerangaben zu beurteilen. Je nach Leistungsfähigkeit des Luftreinigers und Raumgröße ist zu prüfen, wie viele Geräte im Raum aufgestellt werden müssen.
    • Mobile Luftreiniger werden mit unterschiedlichen Reinigungstechniken angeboten. Auf der Seite des Umweltbundesamtes (UBA) werden die verschiedenen Reinigungstechniken näher erläutert: “Mobile Luftreiniger: Nur als Ergänzung zum Lüften sinnvoll“.
    • Beim Einsatz von Luftreinigern mit HEPA-Filtern ist der regelmäßig notwendige Wechsel der Filter zu berücksichtigen.
    • Hinweise für die Eignung und Gefährdungsbeurteilung von Luftfilteranlagen in öffentlichen Gebäuden gibt das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung: “Luftfilteranlagen in öffentlichen Gebäuden“.
    • Fluchtwege, -türen oder Sicherheitseinrichtungen dürfen nicht verstellt werden
    • Beim Einsatz von Luftreinigern ist vorher auch die Stromversorgung dahingehend zu prüfen, ob diese für solche zusätzlichen Lasten ausgelegt ist.

    Weitere Informationen:

  • Was ist beim Einsatz von mobilen Luftreinigern speziell in der Kindertagesbetreuung zu beachten?

    In Kitas dürfen durch den Einsatz von mobilen Luftreinigern keine zusätzlichen Gefährdungen für Beschäftigte und Kinder entstehen. Die Angaben des Herstellers für einen sicheren Betrieb sind zu beachten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf mögliche Gefährdungen und den sicheren Einsatz zu unterweisen. Insbesondere ist unter Berücksichtigung der verschiedenen Aufenthaltsbereiche von Kindern auf folgende Punkte zu achten:

    1. Grundsätzlich besteht in der Kindertagesbetreuung die Anforderung, dass im Aufenthaltsbereich der Kinder Ecken und Kanten gerundet oder gefast sind (2 mm, im Bewegungsraum 10 mm). Insbesondere auf die erhöhten Anforderungen im Bewegungsraum ist zu achten, sollte dieser als Standort in Erwägung gezogen werden und das Gerät im Kontaktbereich der Kinder aufgestellt werden.
    2. Die Geräte dürfen keine Fang-, Scher- und sollten keine Quetschstellen aufweisen.
    3. Um Stolperquellen zu vermeiden, sollten (Verlängerungs-)Kabel bei Bedarf nicht quer über den Fußboden verlegt, sondern in Wandnähe fixiert werden. Die Kabel müssen grundsätzlich kindersicher verlegt sein. Scherstellen oder ein Abknicken z. B. durch Mobiliar muss verhindert werden.
    4. Die Lärmbelastung durch das Gerät bei der erforderlichen Leistung sollte bei dessen Anschaffung berücksichtigt werden. Soll ein Luftreiniger in einem Schlaf- oder Ruheraum eingesetzt werden, muss in besonderem Maße auf eine Begrenzung der Lärmbelastung geachtet werden. Gerade in diesen Bereichen ist auch Zugluft zu vermeiden.
    5. Der Standort des Gerätes sollte auch mit den Nutzungserfordernissen des jeweiligen Raumes in Einklang gebracht werden, so dass es im Idealfall keine oder nur geringe Einschränkungen für deren Nutzbarkeit gibt. Hier muss situativ nach der besten Lösung geschaut werden.
    6. Bei der Auswahl von Luftreinigern sollten auch die jeweiligen Betriebskosten und nicht zuletzt die Wartungserfordernisse bedacht werden. Kaum eine Kindertagesbetreuung hat noch einen Hausmeister. Welche Wartungsarbeiten wie oft und durch durchgeführt werden müssen, sollte also frühzeitig in die Betrachtungen einbezogen werden.

Antigen-Schnelltests

Organisation

  • 1. Wie gestaltet sich die Bring- und Abholsituation in der Kindertagesbetreuung?

    Um die Kontakte innerhalb der Einrichtung zu reduzieren und die Beschäftigten sowie die Kinder vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr zu schützen, sollten die Kinder beim Bringen und Abholen an den Eingangs- bzw. Zugangstüren übergeben bzw. in Empfang genommen werden. Um Personenansammlungen zu vermeiden, empfiehlt es sich zudem, dass die Kinder nur von einer Person gebracht und abgeholt werden.

    Generell besteht die Vorgabe, dass Personen mit Symptomen einer Atemwegserkrankung mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion die Einrichtung nicht betreten dürfen. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die vom jeweiligen Gesundheitsamt behördliche Maßnahmen (wie Absonderung oder Quarantäne) angeordnet bekommen haben.

    Soweit es der Entwicklungsstand des Kindes und die emotionale Situation zulässt, sollte bei der Übergabe der Kinder der Mindestabstand von den Erziehungsberechtigten zu den Beschäftigten eingehalten werden. Die Erziehungsberechtigten sollen sich beim Bringen und Holen der Kinder nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten. Auf eine gute Belüftung der Räume muss geachtet werden. Eine Markierung der einzuhaltenden Sicherheitsabstände (zum Beispiel im Garderobenbereich) ist sinnvoll, um die Einhaltung der Abstände zu gewährleisten.

    Weiterhin soll der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Erziehungsberechtigten und den Beschäftigten sowie den bereits anwesenden Kindern eingehalten werden (dies gilt nicht für die eigenen Kinder). Kann der Mindestabstand ausnahmsweise nicht eingehalten werden, sollen Erziehungsberechtigte sowie Beschäftigte mindestens einen Mund-Nasen-Schutz tragen tragen. Wir empfehlen deshalb, dass bringende und abholende Personen in der Einrichtung generell mindestens einen Mund-Nase-Schutz tragen.

    Sollte es Gesprächsbedarf zwischen Erziehungsberechtigten und Fachkräften geben, können unter Beachtung der empfohlenen Abstandsregelungen, kurze Gespräche in der Einrichtung geführt werden. Besteht der Wunsch nach einem ausführlicheren Gespräch, so empfehlen wir, Telefontermine oder Gespräche im Außenbereich der Einrichtung zu vereinbaren.

  • 2. Ist eine "Einbahnstraßen-Regelung" in der Einrichtung erforderlich?

    Eine "Einbahnstraßen-Regelung“ mit geführten Bring- und Abholrichtungen kann sinnvoll sein, wenn die Kinder nicht vor der Einrichtung in Empfang genommen werden können. Auf diese Weise lässt sich die Übergabe von Kindern gezielt steuern und gegenläufiger Personenverkehr mit geringen Sicherheitsabständen vermeiden.

    Schaffen Sie, wenn möglich, beispielsweise mehrere Zutrittsbereiche, um das Personenaufkommen räumlich zu entzerren. Auch könnte eine zeitliche Staffelung in den einzelnen Bereichen sinnvoll sein, um das Aufeinandertreffen von Personen zu reduzieren.

    Generell muss darauf geachtet werden, dass erwachsene Personen den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern zu Beschäftigten sowie zu bereits anwesenden Kindern einhalten. Sollte dies nicht möglich sein, ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes zwingend. Wir empfehlen deshalb, dass Erziehungsberechtige in den Innenräumen der Einrichtung grundsätzlich einen Mund-Nase-Schutz zu tragen.

    Die Erziehungsberechtigten sollten sich generell nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten. Die Kinder sollten, nur von einzelnen Personen gebracht und abgeholt werden.

  • 3. Gibt es besondere Empfehlungen zur Gestaltung und Organisation der Kindergruppen?

    Es wird empfohlen, Kinder in festen Gruppen zu betreuen, um gruppenübergreifende Kontakte und damit potentielle Infektionsketten zu vermeiden. Daher sollte, wenn dies organisatorisch möglich ist, auch kein gruppenübergreifender Personalwechsel stattfinden.

Pädagogische Angebote

  • 4. Darf das pädagogische Personal mit den Kindern in der Kita singen?

    Da sich beim Singen Aerosole über eine größere Entfernung verteilen können und daher das Infektionsrisiko erhöhen, sollte derzeit nur im Freien angeleitet gesungen werden.

    Beim Singen in geschlossenen Räumen – sofern nicht vermeidbar – sollten die folgenden risikoreduzierenden Maßnahmen beachtet werden:

    • Intensives Lüften!
    • Einhaltung von größeren Abständen, insbesondere von Beschäftigten untereinander und zur Kindergruppe (Empfehlung mindestens 3 m)
    • Große Räume nutzen (je größer das Raumvolumen, desto kleiner das Risiko)
    • Dauer des Singens begrenzen (je kürzer die Zeit des gemeinsamen Singens, desto geringer das Infektionsrisiko).
  • 5. Wie können Sport- und Bewegungsangebote durchgeführt werden?

    Kinder brauchen viel Bewegung für ein gesundes Aufwachsen. Dies sollte auch in der jetzigen Pandemie-Situation möglich sein. Nutzen Sie dafür vor allem das Außengelände Ihrer Einrichtung, angrenzende Parks oder Waldgebiete.

    Im Innenbereich sollten die Angebote möglichst in großen (Bewegungs-)Räumen stattfinden. Dabei ist stets auf eine ausreichende und regelmäßige Lüftung zu achten. Kleinsportgeräte sollten möglichst personenbezogen genutzt werden. Auf die Nutzung von Bällebädern ist zu verzichten.

    Bei vorhandenen Kooperationen mit Sportvereinen ist abzusprechen, welche Angebote möglich sind. Wenn der Übungsleiter / die Übungsleiterin ins Haus kommt, dann sollte er/sie mindestens einen Mund-Nase-Schutz tragen und sich möglichst nur im zugeordneten (Bewegungs-)Raum aufhalten.

  • 6. Dürfen Veranstaltungen und Feste in der Einrichtung stattfinden?

    Nur wenn die Regelungen der Länder oder ggf. der jeweiligen Kommune zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen dies erlauben, können Veranstaltungen und Feste mit externen Personen durchgeführt werden.

    Gruppeninterne Veranstaltungen können stattfinden. Hier sollte möglichst auf die Anwesenheit von externen Personen (Eltern, Großeltern, Geschwister, Pädagogen, Künstler, Caterer etc.) verzichtet werden, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. In Zweifelsfällen sollte mit dem zuständigen Gesundheitsamt Rücksprache gehalten oder auf die Veranstaltung verzichtet werden.

  • 7. Dürfen mit Kindern Ausflüge unternommen werden?

    Ausflüge können unter Beachtung der in den Ländern bzw. in den jeweiligen Kommunen geltenden Regelungen zum Infektionsschutz durchgeführt werden. Naturnahe Gebiete, wie zum Beispiel Wiesen und Wälder, bieten sich an. Dort lassen sich, zum Schutz der Beschäftigten sowie der Kinder, Ansammlungen von Personen und somit mögliche weitere Kontakte gut vermeiden.

Mund-Nase-Schutz (MNS)

  • 8. Wann müssen Beschäftigte während ihrer Tätigkeit in der Einrichtung eine MNS tragen?

    Beschäftigte müssen bei Kontakt untereinander oder zu anderen Erwachsenen in den Innenräumen der Einrichtung immer einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen, wenn der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

    Das Tragen eines MNS sollte bei Kontakt der Beschäftigten mit Kindern situationsbedingt erfolgen - insbesondere, wenn das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern zu einem Kind vorhersehbar und planbar nicht eingehalten werden kann, d. h. zum Beispiel beim Wickeln.

Erste Hilfe

Versicherungsschutz und Haftung

Einordnung des SARS-CoV-2-Schutzstandards Kindertagesbetreuung

  • 13. Auf welchen fachlichen Grundlagen wurden der SARS-CoV-2 Schutzstandard Kindertagesbetreuung erarbeitet und wie wird er aktuell gehalten?

    Die einzelnen Maßnahmen im Schutzstandard Kindertagesbetreuung sind auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, u. a. des Robert-Koch Instituts (RKI), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Nationalen Akademie der Wissenschaften oder der Arbeitsschutzinstitute sowie der Fachgremien und der wissenschaftlichen Institute der DGUV, erarbeitet worden. Diese Maßnahmen haben empfehlenden Charakter. Da sich die Erkenntnisse zu SARS-CoV-2 bedingt durch die Epidemie in Deutschland ständig weiterentwickeln, werden die Empfehlungen der gesetzlichen Unfallversicherung laufend an die aktuellen Erkenntnisse angepasst. Bei der Festlegung und Umsetzung des Maßnahmenkonzeptes ist eine sachgerechte Verknüpfung der einzelnen Maßnahmen wichtig (Paketlösung). Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen ergibt sich aus den Grundsätzen des § 4 ArbSchG (TOP-Prinzip): technische Maßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen Maßnahmen und diese wiederum haben Vorrang vor personenbezogenen Maßnahmen.

  • 14. Welchen Rechtscharakter hat der SARS-CoV-2 Schutzstandard Kindertagesbetreuung?

    Die DGUV hat mit dem SARS-CoV-2 – Schutzstandard Kindertagesbetreuung die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung in Verbindung mit der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel konkretisiert und Arbeits- bzw. Betreuungsschutzmaßnahmen für die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung erarbeitet. Die Maßnahmen zielen darauf ab, durch Unterbrechung der Infektionsketten die Bevölkerung zu schützen, den Betrieb der Kindertagesbetreuung unter Berücksichtigung der besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen sicherzustellen sowie Schließungen zu vermeiden. Bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen in der Kindertagesbetreuung sind darüber hinaus landesspezifische Vorgaben der zuständigen Ministerien und Regelungen auf regionaler oder kommunaler Ebene zum Infektionsschutz zu berücksichtigen.

Meldungen bei COVID Erkrankungen

  • Wann ist eine COVID-19-Erkrankung bei Kindern in der Kindertagesbetreuung ein Versicherungsfall?

    Eine COVID-19-Erkrankung nach einer Infektion mit dem Corona -Virus SARS-CoV-2, die infolge einer versicherten Tätigkeit eingetreten ist, kann die gesetzlichen Voraussetzungen eines Arbeitsunfalles erfüllen. Voraussetzung ist, dass der Besuch der Einrichtung (Kindertageseinrichtung, Kindertagesbetreuung) die gesicherte Ursache für den eingetretenen Gesundheitsschaden einer COVID -19-Erkrankung ist, zum Beispiel, wenn im Rahmen des versicherten Besuchs der Einrichtung ein intensiver Kontakt mit einer infektiösen Person („Indexperson“) nachweislich stattgefunden hat.

    Lässt sich kein intensiver Kontakt zu einer Indexperson feststellen, kann es im Einzelfall auch ausreichen, wenn es im unmittelbaren Tätigkeitsumfeld der betroffenen Person nachweislich eine größere Anzahl von infektiösen Personen gegeben hat und konkrete, die Infektion begünstigende Bedingungen beim Besuch der Einrichtung vorgelegen haben. Das hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und lässt sich allgemein nicht beschreiben.

    Zuständiger Unfallversicherungsträger für Kinder ist bei Einrichtungen in kommunaler oder freigemeinnütziger Trägerschaft sowie in der Kindertagespflege die Unfallkasse des jeweiligen Bundeslandes, bei privaten Trägern in der Regel die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege (BGW).

    Der zuständige Unfallversicherungsträger wird in jedem Einzelfall eine abwägende Entscheidung treffen, ob ein Versicherungsfall vorliegt. Dabei werden alle Aspekte berücksichtigt, die für oder gegen eine Verursachung der COVID-19-Erkrankung durch die versicherte Tätigkeit sprechen. Dazu gehören z. B. auch Risiken einer Infektion im Privatbereich und aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse über das Virus (auf der Basis der Information des Robert-Koch-Instituts).

  • Was ist bei einer Ansteckung von Kindern in der Kindertagesbetreuung hinsichtlich der Meldung zu tun?

    Sind Kinder mit Symptomen erkrankt und gibt es Anhaltspunkte dafür, dass sie sich beim Besuch der Einrichtung infiziert haben, sollte eine Unfallanzeige an den zuständigen Unfallversicherungsträger (Unfallkasse) erfolgen.

    COVID-19-Fälle sind unter folgenden Voraussetzungen zu melden:

    • der oder die Versicherte ist an COVID-19 erkrankt und hat Symptome
    • eine Infektion mit SARS-CoV-2 ist nachgewiesen (in der Regel durch PCR-Test)
    • im Rahmen des Besuchs der Einrichtung kam es zu einem intensiven Kontakt mit einer infizierten Person oder einem größeren Infektionsausbruch
    • die Erkrankung hat zu einer Behandlungsbedürftigkeit geführt.

    Zusammen mit der Unfallanzeige sind auch die Kontakte zu einer möglichen Indexperson zu beschreiben. Auch ergänzende Hinweise zu dem möglichen Infektionsgeschehen sind anzugeben, damit die Anerkennung eines Versicherungsfalls geprüft werden kann. Symptomlose Verläufe sind zu dokumentieren, z.B. im Verbandbuch oder Meldeblock (Ersatz des ehemaligen Verbandbuches) . Hierzu müssen auch die Tatsachen bzw. die Umstände, die mit der Infektion zusammenhängen, dokumentiert werden.

    Kommt es nach einiger Zeit doch noch zu Symptomen (z.B. Long-Covid), helfen diese Daten dem Unfallversicherungsträger bei seinen Ermittlungen. Eine spätere Meldung steht in diesen Fällen einer Anerkennung als Versicherungsfall nicht entgegen.

    Erhält der Unfallversicherungsträger eine Unfallmeldung, prüft dieser, ob es sich um einen Versicherungsfall handelt. Weitere Anträge müssen nicht gestellt werden.

  • Wann ist eine COVID-19-Erkrankung bei Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung ein Versicherungsfall?

    Eine COVID-19-Erkrankung nach einer Infektion mit dem Corona -Virus SARS-CoV-2, die infolge einer versicherten Tätigkeit eingetreten ist, kann für bestimmte Berufsgruppen eine Berufskrankheit darstellen (Berufskrankheit Ziffer 3101 der Berufskrankheiten-Verordnung).

    Davon erfasst sind "Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war". Einrichtungen der Jugendhilfe (z.B. Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege) sind Teil der Wohlfahrtspflege. Damit kann bei Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung eine Covid-19-Infektion als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn die Voraussetzungen hierfür vorliegen. Nicht jeder positive Test führt allerdings automatisch zu einer Berufskrankheit (Covid-19 als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall)

    Zuständiger Unfallversicherungsträger ist bei Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft die Unfallkasse des Bundeslandes, bei sonstigen Trägern (z.B. freigemeinnützige, kirchliche oder private Träger) in der Regel die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Die Möglichkeit der Anerkennung einer Berufskrankheit gilt auch für Kindertagespflegepersonen. Hierbei ist zu beachten, dass selbständige Kindertagespflegepersonen bei der BGW versichert sind. Gleiches gilt für in einer Großtagespflege angestellte Kindertagespflegepersonen, soweit nicht in kommunaler Trägerschaft.

  • Was ist bei einer Ansteckung von Beschäftigten in der Kindertragesbetreuung hinsichtlich der Meldung zu tun?

    Sind Beschäftigte mit Symptomen erkrankt und gibt es Anhaltspunkte dafür, dass sie sich im Rahmen ihrer Tätigkeit infiziert haben (in der Regel nachgewiesen durch PCR-Test), muss durch den Arbeitgeber eine Berufskrankheiten-Anzeige (§ 193 Abs. 2 SGB VII) erfolgen. Auch die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt hat bei einem begründeten Verdacht auf eine Berufskrankheit eine Anzeige zu erstatten (§ 202 SGB VII). Die Versicherten sind über die Anzeige zu informieren.

    Zusammen mit der Anzeige sollten auch die Kontakte zu einer möglichen Indexperson beschrieben werden. Auch ergänzende Hinweise zu dem möglichen Infektionsgeschehen sollten soweit wie bekannt angegeben werden, damit der Unfallversicherungsträger die Voraussetzungen für eine Berufskrankheit prüfen kann.

    Symptomlose Verläufe sind zu dokumentieren, z.B. im Verbandbuch oder Meldeblock (Ersatz des ehemaligen Verbandbuches). Hierzu müssen auch die Tatsachen, die mit der Infektion zusammenhängen, mit dokumentiert werden.

    Kommt es nach einiger Zeit doch noch zu Symptomen (z.B. Long-Covid), helfen diese Daten dem Unfallversicherungsträger bei seinen Ermittlungen. Eine spätere Meldung steht der Anerkennung als Versicherungsfall nicht entgegen.

    Erhält der Unfallversicherungsträger eine Berufskrankheiten-Anzeige, prüft dieser, ob es sich um einen Versicherungsfall handelt. Weitere Anträge müssen nicht gestellt werden.