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Handlungsleitfaden betriebliches Gesundheitsmanagement in Entsorgungsbetrieben
Ausgangslage
Die deutsche Entsorgungswirtschaft ist in einem grundlegenden Wandel begriffen, der bereits vor etwa zwei Dekaden eingesetzt hat. Die Problemlage um das Thema Abfall hat sich radikal gewandelt, sowohl was aktuelle Tagesprobleme aber auch was die mittel- und langfristigen Zielsetzungen betrifft. Schwerpunkte sind die Vermeidung und insbesondere die Verwertung von Abfällen und der Einstieg in eine ökologische Abfallwirtschaft mit der Rangfolge “Vermeiden” vor “Verbrennen” vor “Deponieren”.
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat festgestellt, dass die Entsorgungsbranche zum Sorgenkind
wird. Die Folge wird ein steigender Wettbewerbsdruck zwischen privaten und öffentlichen Unternehmen und ein Krieg um
Märkte sein.
Für die kommunalen Entsorgungsunternehmen ergibt sich auf Grund der Vorzugsbehandlung privater Unternehmen die
ökonomische Notwendigkeit sich umzustrukturieren, um ihre Marktsituation zu verbessern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu
steigern.
Essentieller Bestandteil dieser Veränderungen sind teilweise Vorgaben zum Personalabbau und zur Normerhöhung. Im
Kontext dieser Umstrukturierung kommunaler Unternehmen spielen Organisation- und Personalentwicklung, integrierte
Konzepte zur Ressourcenoptimierung wie auch insbesondere Investitionen in das Sozial- und Humankapital, d.h. in
Gesundheit und Qualifikation der Beschäftigten eine immer wesentlichere Rolle, um im nationalen und zukünftig auch im
europäischen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.
Präventionsaktivitäten
Die inhaltlichen Hauptzielstellungen von VerEna bestehen in der Schaffung von Kooperationsbeziehungen zwischen UVT,
Krankenkassen sowie Unternehmen und von möglichen Zusammenhängen zwischen arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren in der
Entsorgungsbranche und ihren gesundheitlichen Auswirkungen auf die Beschäftigten. Im Zentrum von VerEna steht
einerseits eine detaillierte Analyse von Daten (Sekundärdaten) zum Gesundheits- bzw. Krankheitsgeschehen der Entsorger.
Andererseits wurden eigene Erhebungen (Primärdaten) durchgeführt, um vertiefende Erkenntnisse über Zusammenhänge
zwischen arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren an den Arbeitsplätzen der Branche und gesundheitlichen Beeinträchtigungen
zu gewinnen.
VerEna ist ein Modellprojekt, in dem einerseits weitergehende Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen arbeitsbedingten
Beanspruchungen und Belastungen sowie gesundheitlichen Auswirkungen bei Beschäftigten in kommunalen
Entsorgungsunter-nehmen gewonnen werden sollten.
Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für die Erarbeitung des Handlungsleitfadens für das betriebliche
Gesundheitsmanagement. Andererseits sollen durch VerEna Kooperationsstrukturen auf betrieblicher und überbetrieblicher
Ebene aufgebaut werden, um den Wissenstransfer zu verbessern, die präventiven Kompetenzen aller Beteiligten zu nutzen
und die Nachhaltigkeit der Kooperationen zu sichern.
Ergebnisse und Nutzen
Mit dem von VerEna aufgebauten Kooperationsverbund unter Beteiligung von 21 kommunalen Entsorgungsunternehmen wurde das größte bundesweite branchenspezifische Präventionsnetzwerk geschaffen. Das Modellprojekt VerEna hat sich an den Grundsätzen einer betrieblichen Präventionspolitik orientiert und versucht die Unternehmen für diese Strategie zu gewinnen. Die hohe Teilnahmebereitschaft und die engagierte aktive Unterstützung des Projektanliegens spiegelt in deutlicher Weise die Ernsthaftigkeit wider, mit der die Verantwortlichen der Entsorgungsunternehmen um eine zielgerichtete betriebliche Präventionspolitik und deren Umsetzung in ihren Unternehmen bemüht sind.
Über die initiierten Kooperationsbeziehungen der betrieblichen Verantwortlichen mit den Vertretern der UVT und GKV
wird der Nutzen der Zusammenarbeit von Unternehmen und Sozialversicherungsträgern für die Unternehmen deutlich.
Die Erhebung von Primär- und Sekundärdaten liefert für die betriebliche Präventionsarbeit eine repräsentative
Bestandsaufnahme zur Arbeits-, Belastungs- und Gesundheitssituation der Beschäftigten der kommunalen
Entsorgungsunternehmen und ist eine wertvolle Arbeitsgrundlage für die betrieblichen Steuerkreise. Insbesondere durch
die Mitarbeiterbefragung und die Ergebnispräsentation der Präventionsberichte auf Belegschaftsversammlungen wurde ein
innerbetrieblicher Diskussionsprozess angestoßen, der die Teilnahmebereitschaft der Beschäftigten an den Programmen
verstärkte. Die Bearbeitung der Problemfelder erfolgte in Gesundheitszirkeln, an denen nur Beschäftigte teilnahmen.
Diese erarbeiteten Aktionspläne mit Lösungsvorschlägen. In den Steuerkreisen werden die Vorschläge diskutiert und in
eine Jahresplanung überführt.
Das Modellprojekt VerEna liefert aufgrund der umfassenden Material- und Datenbasis übertragbare Ansätze für die
betriebliche Präventionsarbeit auch für andere Bereiche des öffentlichen Dienstes wie auch für private
Entsorgungsunternehmen. Die in den Handlungsempfehlungen gemachten Vorschläge zum Vorgehen haben auch die
Nachhaltigkeit der Kooperationsbeziehungen zwischen den Verbund- und Netzwerkpartnern gefestigt.
Weiterführende Informationen
Handlungsleitfaden betriebliches Gesundheitsmanagement in
Entsorgungsbetrieben (PDF, 12 MB)

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