- > Prävention
- > Prävention...
- > Best-Practic...
- > Arbeitsschutzmanagementsysteme bei...
Arbeitsschutzmanagementsysteme bei Bahnenwarenherstellern
Ausgangslage
Unternehmen im Bereich der Bahnenwarenherstellung - zum Beispiel Fußboden- und Folienhersteller - sind durchweg
Betriebe mittlerer Größe mit industriell geprägter Produktion, die noch Anfang der 90er Jahre über 100 meldepflichtige
Arbeitsunfälle pro 1.000 Vollbeschäftigte mit zum Teil schweren Unfällen aufwiesen. In den 90er Jahren gelang es,
zunächst durch sicherheitstechnische Beratungen und Maßnahmen, die Unfallzahlen in den Betrieben erheblich zu
reduzieren. Seitdem konnte jedoch nur noch mit sehr großem sicherheitstechnischem Aufwand eine verhältnismäßig geringe
Abnahme der Arbeitsunfälle erreicht werden. Als Ursache wurde vermutet, dass das Potential der Unternehmer und
betrieblichen Führungskräfte zur Mitarbeiterführung und Sensibilisierung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz noch
nicht ausreichend geweckt worden war, was sich später bestätigte.
Präventionsaktivitäten
Die Lederindustrie-Berufsgenossenschaft hat in den letzten zehn Jahren im Rahmen einer umfassenden
Präventionsinitiative Unternehmer und Führungskräfte der Bahnenwarenhersteller für Arbeits- und Gesundheitsschutz bis
hin zur Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems sensibilisiert und motiviert. In Zusammenarbeit mit externen
Unternehmensberatern, die sich auf das Gebiet der Arbeitspsychologie spezialisiert haben, wurde ein Prozess zur
Steigerung des Sicherheitsbewusstseins unter Einbeziehung eines effektiven Arbeitsschutzmanagementsystems eingeleitet,
das heißt Visionen beziehungsweise Ziele und deren Kommunikation, Organisation und Verantwortung, Umsetzungsmaßnahmen
und Auditierung.
Dabei haben sich folgende Schritte bewährt: 1) Analyse des betrieblichen Sicherheitsniveaus, 2)
Unternehmensstrategie/Ziele/Maßnahmen, 3) Umsetzung der festgelegten Maßnahmen in einzelnen Etappen, 4)
Prozessbegleitung, 5) Erfolgskontrolle, 6) Maßnahmenbilanz im Sicherheitslenkungsausschuss.
Ergebnisse und Nutzen
In den letzten 10 Jahren sind die Unfallzahlen bei den Betrieben der Bahnenwarenherstellung weiter rückläufig.
Von 101 meldepflichtigen Arbeitsunfällen pro 1.000 Vollbeschäftigte im Jahre 1992 (entspricht einer Anzahl von circa
483 Arbeitsunfällen) verbesserte sich die 1.000-Mann-Quote aller Bahnenwarenhersteller im Durchschnitt bis auf 36
meldepflichtige Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter im Jahr 2003 (entspricht einer Anzahl von 150 Arbeitsunfällen).
Der Trend ist ungebrochen. Schwere Unfälle nahmen in ähnlichem Umfang ab.
Bei Betrachtung von Einzelunternehmen, die das Arbeitsschutzmanagement umsetzten, wird die Entwicklung noch deutlicher: So betrug im Jahre 1991 die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle bei einem Unternehmen noch 154, das entspricht einer 1.000-Mann-Quote von 101. Durch sicherheitstechnische Beratung und entsprechende Maßnahmen reduzierte sich die Anzahl der Arbeitsunfälle bis 1995 auf 38, das entspricht einer 1.000-Mann-Quote von 33. Nach Einführung der Präventionsinitiative in Zusammenarbeit mit dem Betrieb ab 1997 gelang es, die Unfallzahlen nochmals nachhaltig auf ein Niveau von 12 Arbeitsunfällen zu verringern, was einer 1.000-Mann-Quote von 10 entspricht.


Versenden
Seitenfeedback
Webcode:
d10623