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Aeskulapstab

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Hinweise für Rettungsdienste, Feuerwehren und Ärzte

Gesundheitsgefahren durch chemische Substanzen beim Entladen von Containern

Container werden in Übersee häufig zur Schädlingsbekämpfung mit Begasungsmitteln begast, ohne dass durch Kennzeichnung erkennbar ist, ob und mit welcher Substanz dies geschah. Die Container werden selten in Häfen, sondern überwiegend beim Empfänger entladen. Dies führt dazu, dass entsprechende Vergiftungen überall vorkommen können. Neben den typischen Begasungsmitteln können Gesundheitsgefahren durch Industriechemikalien auftreten. Da es sich hierbei um eine Fülle von Substanzen handelt, können diese Substanzen hier nicht im Einzelnen behandelt werden. Im Folgenden werden Diagnostik- und Therapiehinweise für Rettungsdienste und Ärzte zu den am häufigsten verwendeten Begasungsmittel gegeben.

Häufig wird in der Akutsituation eine eindeutige Zuordnung von Intoxikationserscheinungen zu einer Substanz nicht gelingen. Da Langzeitschäden nach akuter Vergiftung sehr selten sind, sollte die Unsicherheit über die Art der Vergiftung nicht dazu führen, die Vergifteten ggf. hinsichtlich einer unklaren Prognose zu verunsichern. Außer für Blausäure gibt es keine spezifischen Antidots, sodass die übliche medizinische Behandlung ausreichend ist. Es werden im Folgenden ausschließlich Folgen akuter Einwirkungen aufgelistet, Effekte durch unterschwellige chronische Einwirkungen sind nicht zu erwarten. Bei allen therapeutischen Maßnahmen ist auf Selbstschutz, zum Beispiel beim Bergen von Personen aus einem Container, zu achten.

Phosphorwasserstoff (Phosphin)

Hauptaufnahmeweg: Atemtrakt.
Ausscheidung: Wird schnell abgeatmet.
Wirkung: Atemwegs- und Lungenschäden stehen im Vordergrund. Neurotoxizität. Schädigung von Herz, Leber und Nieren sind möglich. Oft keine sofortige Augenreizung oder Husten, Latenz bis zum Auftreten der Symptome (vor allem des Lungenödems) wurde beschrieben. Langzeitfolgen innerer Organe wurden beschrieben. Keine Kanzerogenität.
Therapie: Steroide inhalativ und systemisch. Bei tachykarden supraventrikulären Herzrhythmusstörungen wird Verapamil empfohlen, bei ventrikulären Lidocain; Heparinisierung.
Besonderheiten: Geruch nach Knoblauch oder faulem Fisch.

Brommethan (Methylbromid)

Hauptaufnahmeweg: Atemtrakt und Haut.
Ausscheidung: Ausscheidung überwiegend als CO2 mit Atmung, aber auch Harn und (weniger) Faeces.
Wirkung: Atemwegs- und Lungenschäden, typischerweise mit einer Latenz von Stunden auftretend. Hautreizungen bis zu Blasenbildungen. Sehstörungen. Neurotoxizität. Leber- und Nierenschäden. Neurotoxische Langzeitfolgen wurden beschrieben. Fragliche Kanzerogenität.
Therapie: Benetzte Hautpartien oder Augen mit Wasser oder besser 5 %-iger Natriumhydrogencarbonatlösung reinigen, ggf. auch inhalative Gabe bei Atemwegssymptomen (0,5 bis 2 %). Steroide inhalativ und systemisch. Eine Therapie mit N-Acetylcystein wird nicht mehr empfohlen. Bromidbestimmung im Harn und Blut zur Diagnostik/Verlaufskontrolle sinnvoll.
Besonderheiten: fast geruchlos, in höheren Konzentrationen süßlich riechend.

Blausäure

Hauptaufnahmeweg: Atemtrakt, auch Haut.
Ausscheidung: Bindung des Cyanids an Fe3+Hb, daraus langsam freigesetztes Cyanid wird an Thiosulfat gebunden und als Thiocyanat über Niere ausgeschieden.
Wirkung: Lungenschäden. Hautreizungen. Unterbrechung des Stoffwechsels. Neuro- und kardiotoxische Symptome. Keine Langzeitschäden beschrieben. Keine Kanzerogenität.
Therapie: Benetzte Hautpartien mit Wasser reinigen, bei leichten Bewusstseinsstörungen 100 mL Natriumthiosulfat 10 % i.v., bei Bewusstlosigkeit vorher 4-DMAP 3 bis 4 mg/kg Körpergewicht i.v. Sauerstoffgabe. Antikonvulsiva.
Besonderheiten: Bittermandelgeruch.

Sulfurylfluorid

Hauptaufnahmeweg: Atemtrakt.
Ausscheidung: Abbau zu Fluorid und Ausscheidung über Niere
Wirkung: Wenig Reizwirkung. Toxisches Lungenödem. Neuro- und kardiotoxische Symptome. Keine Kanzerogenität. Hauterfrierungen nach Kontakt mit flüssigem Sulfurylfluorid
Therapie: Bei Hautkontakt mit Seife duschen. Steroide inhalativ und systemisch. Fluoridausscheidung mit Furosemid fördern. Fluoridbestimmung im Harn und Blut zur Diagnostik/Verlaufskontrolle sinnvoll.
Besonderheiten: geruchlos.

 

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